Von Veränderungen

Bei mir war in den letzten Wochen so einiges los, eigentlich mal wieder das ganze Semester lang, also eigentlich war dann doch alles wie die Semester zuvor.

Viel zu tun, viele Abgaben im Semester, dann das Kurzprojekt inklusive Projektwoche, unzufrieden mit der Gruppenarbeit und dem Parallel-Studium und dann wird vom Kurs des Schreckens auch noch die Professorin bis auf weiteres krank. Genau das Fach mit der enormen Durchfallquote vor dem es allen bangt und mir schon die Knie schlottern.

Doch da ist noch was anderes. Das Pendeln zwischen FH und Zuhause. Dieser kleine fiese Zeitfresser, der mir Kraft und Motivation nimmt, mich am Bahnhof warten lässt, mich in der kalten Jahreszeit im Dunkeln von Tür zu Tür schickt und mich im Regen stehen lässt. Wo es im Sommer zu warm und im Winter zu kalt, sowieso immer zu laut und für meine Nase anstrengend ist, sodass ich ohne In-Ears meinen Kopf gerne unter meinem Kissen vergraben will – doch dieses Kissen ist viel zu weit weg.

So easy das am Anfang noch war, als meine Freunde mit mir fuhren, so stressig ist es mittlerweile. Kommt der Bus zu spät oder viel zu früh, bekomme ich dann meinen Zug, falls er kommt, und habe ich auch an alle Modelle, Skizzenbücher, Materialien und alles andere gedacht?

Das hat jetzt ein Ende, dieses 5,5 h unterwegs sein um 3 h zu arbeiten oder 4,5 h unterwegs sein um an einem 1,5 h Seminar teilzunehmen. Denn da ist der Tag schon futsch, zumindest meine Motivation die ich in der FH doch noch hatte und die ich zu Hause vergebens suche, und dieses Wachsein ist auch noch wie weggeblasen.

Ich ziehe um.

Raus aus meiner schönen, großen und toll gelegenen Wohnung, raus aus unserer ersten gemeinsamen Wohnung, die uns nun etwas über 2 Jahre begleitete.

Ich sehe und fühle das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Endlich keine Pendelei mehr, die ich einfach nicht mehr aushalte. Doch der Preis dafür ist, dass wir wieder ein getrenntes Zuhause haben. Das gemeinsame Einschlafen wird seltener werden, dieser Moment der Geborgenheit egal wie der Tag auch war.

Mein lachendes Auge findet sich bald in einem wunderschönen hellen und großem WG-Zimmer wieder, inlusive riesigem Balkon den ich ganz für mich allein haben werde. Dazu ist der Weg zur FH keine 10 Minuten lang und ich kann mal eben so zur Arbeit düsen, etwas vergessenes abholen oder nur kurz mit einem Prof sprechen. Ich muss mich nach den Vorlesungen und Seminaren nicht mehr abhetzen oder im Gepräch jede Minute auf die Uhr schauen, denn mein Fahrrad fährt nicht ohne mich los.

Die Pro-Umzug-Liste ist wohl mit der Zeit länger geworden und nun packe ich mich und mein Befinden ganz nach oben auf meine Prioritätenliste.

Es fühlt sich sehr erwachsen an, und damit auch komisch, während sich gleichzeitig eine innere Ruhe in mir breit macht die ich rückblickend schon lange vermisse.

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Unser Wohnzimmer nach dem Streichen, Dezember 2013

ins Blaue hinein…

…beginnt dieser Blog.

Dieses Mal möchte ich es fließen lassen, schauen was kommt und vielleicht auch geht, ich habe keine genaue Vorstellung was ich hier niederschreiben und zeigen mag, es wird einfach passieren.

Vielleicht habt ihr es schon heraus gelesen, zwischen den oberen Zeilen, ein paar Jahre lang habe ich bereits gebloggt und dies dann aufgrund meines Studiums und dem Wandel von Interessen eingestellt. So ein reiner Schminkblog passte auch irgendwann einfach nicht mehr, da bin ich raus gewachsen.

Übrigens möchte ich auch das Design nicht lassen wie es gerade ist aber da ich so schnell wie nur möglich wieder meine eigene Plattform haben wollte, bin ich halt jetzt schon online gegangen. Das kommt dann mit der Zeit – fließen lassen eben.

Ich hoffe, dass ihr mich begleiten mögt auf indigoedition. Lasst mir nur zu gerne eure Worte da und sagt hallo, darüber würde ich mich wahnsinnig freuen!

Eure Yara

 

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Hamburg, Dezember 2015

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